Kirche und Rechtsextremismus

Ja zu gelebter Menschenfreundlichkeit Gottes

Collage Handlungskonzept Test

Für Demokratie und Toleranz: Ein klares Nein gegen Rechtsextremismus.

Bild: ELKB

Gegen Rechtsextremismus Gesicht zu zeigen und für den Menschen und ein demokratisches Miteinander einzutreten, ist evangelischen Christen in Bayern ein wichtiges Anliegen.

Rechtsextremismus ist in unserer Gesellschaft leider Realität. Das ist nur schwer zu ertragen angesichts von Leid und Unrecht, das die Nationalsozialisten in nur zwölf Jahren des vergangenen Jahrhunderts über unser Land und andere Länder gebracht haben. Und doch begegnet uns Rechtsextremismus heute wieder: bei martialischen Aufmärschen kleiner lauter Gruppen, im Wahlkampf und an besonderen Tagen wie dem 1. Mai, in Form von menschenfeindlichen Äußerungen an Stammtischen oder im Verein, in Postwurfsendungen mit harmloser Optik und bösem Inhalt, verstärkt auch im Internet und in sozialen Netzwerken – die Liste ließe sich noch deutlich verlängern. Als Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern sehen wir die Verpflichtung, diese Entwicklungen wahrzunehmen und uns damit kritisch auseinanderzusetzen.

Zitat

Die Herausforderung ist klar: Alle menschenfeindlichen Einstellungen der Gesellschaft aufdecken, wahrnehmen, dagegen streiten, aufklären. Rassismus und Antisemitismus beim Namen nennen, da wo er aufkommt. Und dafür werben, dass ein Zusammenleben, in dem alle Menschen einander achten, ein viel glücklicheres Leben ist.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) setzt sich mit ihren Haltungen und Erfahrungen nachhaltig für Menschenfreundlichkeit ein und tritt Rechtsextremismus klar entgegen. Sie steht den Menschen tatkräftig zur Seite mit ihren räumlichen, personellen, logistischen und überzeugenden ideellen Kapazitäten. Vor dem Hintergrund der christlichen Botschaft wenden wir uns mit unserem Glauben gegen Rechtsextremismus und jegliche Menschenfeindlichkeit und rufen zu einem sozialen und menschlichen Miteinander auf. Dabei verstehen wir uns gleichwohl als Partnerin des Staates wie der Zivilgesellschaft und arbeiten, wo möglich, gemeinsam mit diesen Akteuren - ob in überregionalen Bündnissen für Menschenwürde und Toleranz oder an lokalen Runden Tischen gegen Rechtsextremismus, ob in der Pflege, der Erwachsenenbildung, in der Jugendsozialarbeit oder im Kindergarten.

Mehr zum Thema

Die ELKB setzt sich für Menschen ein, sie sorgt für Orientierung und Schutz in der Gegenwart und Zukunft. Das Thema Rechtsextremismus und verschiedene Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit wollen wir perspektivenreich und damit möglichst umfassend bearbeiten: So setzen wir uns mit der nationalsozialistischen deutschen Vergangenheit kritisch auseinander und treten gegenwärtigen Formen von Menschenfeindlichkeit engagiert entgegen. Wir sammeln und reflektieren unser vielschichtiges Handlungsrepertoire und haben das Ziel, es kontinuierlich im Austausch mit der Praxis, auf der Höhe der Forschung – und wo möglich auch in Zusammenarbeit mit unseren Partnerinnen und Partnern – kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dafür sind Koordination, personeller Einsatz und eine aufmerksame, den gegenwärtigen Anforderungen und Bedürfnissen entsprechende Fortentwicklung von Zugängen und Formaten nötig.

Das Engagement der ELKB umfasst innerkirchliche und gesellschaftliche Perspektiven. Wir sehen unsere Aufgabe in der Gegenwart und Zukunft darin, Diskussionsprozesse zu begleiten oder auch erst anzustoßen, innerhalb, aber auch außerhalb der Gemeinden. Und gemeinsam mit unseren zivilgesellschaftlichen und staatlichen Partnern inspiriert und inspirierend das Engagement gegen Rechtsextremismus und für ein menschenfreundliches Miteinander voranzubringen.


07.05.2018 / ELKB